BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//malobeo – alternatives café und anarchistische bibliothek - ECPv5.14.0.1//NONSGML v1.0//EN
CALSCALE:GREGORIAN
METHOD:PUBLISH
X-WR-CALNAME:malobeo – alternatives café und anarchistische bibliothek
X-ORIGINAL-URL:https://malobeo.org
X-WR-CALDESC:Veranstaltungen für malobeo – alternatives café und anarchistische bibliothek
BEGIN:VTIMEZONE
TZID:Europe/Berlin
BEGIN:DAYLIGHT
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:CEST
DTSTART:20230326T010000
END:DAYLIGHT
BEGIN:STANDARD
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:CET
DTSTART:20231029T010000
END:STANDARD
END:VTIMEZONE
BEGIN:VEVENT
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20230411T180000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20230411T200000
DTSTAMP:20260515T095730
CREATED:20230125T111304Z
LAST-MODIFIED:20230406T080749Z
UID:3284-1681236000-1681243200@malobeo.org
SUMMARY:11.04.23: Vortrag: Streit um das Feministische Subjekt – A never ending story?
DESCRIPTION:Vortrag: Streit um das Feministische Subjekt – A never ending story?\n \nvon Cordula Trunk \n11.04.2023\, 18:00 im malobeo\, Kamenzer Str. 38\, 01099 Dresden \n20:00 KüfA/veganes Essen \nca. 60 min mit anschließender Diskussion \nVon Frau zu Flinta* und zurück?1 Der Streit um das politische Subjekt Frau zieht sich durch die Geschichte der feministischen Bewegung wie ein roter Faden. In den 1970er-Jahren begaben sich Frauen in sogenannten „Selbsterfahrungsgruppen“ auf die Suche danach\, was es überhaupt heißt eine „Frau zu sein“. \nDas Ergebnis des kommunikativen Austausches war ein vereinigendes Moment\, ein Gefühl dazu zu gehören. Es entstand über die gemeinsame Erfahrung der geteilten Betroffenheit durch sexuelle und intellektuelle Unterdrückung\, die umfassende Zuständigkeit für Hausarbeit und Kindererziehung\, häusliche Gewalt und triste Berufsaussichten. Dem kommunikativen Austausch der Unterdrückungserfahrungen entsprang die Erkenntnis\, dass sich Frauen zusammenschließen müssen\, um gemeinsam gegen die gesellschaftliche Diskriminierung vorzugehen: Sie fanden sich in einem feministischen „Wir Frauen“\, um gegen das Patriarchat zu kämpfen. \nDieses Kollektivsubjekt Frau entfaltete enorme Mobilisierungskraft und der Protest der Neuen Frauenbewegung veränderte die deutsche Gesellschaft nachhaltig. Doch wer kämpfte hier eigentlich für wen? Die Anfangseuphorie\, die der Moment der Vereinigung auf ein Kollektivsubjekt innehatte\, lies immer mehr nach und die Differenzen zwischen den Frauen traten in den Vordergrund. Das politische Subjekt Frau wurde aus verschiedenen Richtungen kritisiert: Lesben\, Prololesben\, Krüppellesben\, autonom organisierte Frauen\, jüdische Frauen\, Schwarze Frauen und Migrant*innen – sie alle machten deutlich\, dass ihre Erfahrung und Lebensrealitäten in dem als weiß\, heterosexuell und bürgerlich imaginierten politischen Subjekt Frauen  ausgeschlossen waren. \nZusätzlich institutionalisierte und akademisierte sich die Bewegung und entfernte sich zunehmend von ihren Ursprüngen als Basisbewegung\, die eine Stellvertreter*innenpolitik und innere Hierarchien ablehnte. In den 1990er-Jahren explodierte mit der Sex-Gender-Debatte der Streit endgültig. Auslöser der Debatte war Judith Butlers Buch Gender Trouble\, das die theoretischen und politischen Auseinandersetzungen nachhaltig veränderte und den deutschen Feminismus mit der Queer Theory konfrontierte. \nDiese neueren Theorien dekonstruierten und flexibilisierten das Kollektivsubjekt Frau\, welches an die Vorstellung der Stabilität und Konstanz des Frau-Seins gebunden war und nun in gewisser Weise aufgelöst wurde. Nach der Kritik an dem Subjekt wurde nun die Basis – die Frau an sich – in Frage gestellt. Spätestens ab den 2000er-Jahren gab es auch in Deutschland Debatten um inter-Personen\, Transinklusion und -exklusion. Trans-Frauen kritisierten wiederum\, dass sie im Subjekt Frau nicht mitgemeint seien und litten unter Benachteiligung\, prekären Existenzen und massiver transfeindlicher Gewalt. Bis heute kämpfen sie um ihre Akzeptanz und Position innerhalb des Feminismus. Der Vortrag beleuchtet die Geschichte der feministischen Bewegung anhand der Konflikte um das politische Subjekt Frau. Doch warum wird immer wieder über das Subjekt gestritten? Was hat es mit dem Subjekt auf sich\, dass es immer wieder zentraler Diskussionspunkt innerhalb der feministischen Bewegungen ist? \nDer Vortrag basiert auf der Dissertation von Cordula Trunk\, in der sie die Subjektbegriffe der deutschen feministischen Bewegungen anhand zweier zentraler Debatten erforscht: Der Sex-Gender-Debatte (1993) und der Queer vs. Feminismus-Debatte (2011). Vom Kollektivsubjekt Frau\, zu queeren Subjekten\, hin zu aktuellen Subjektkonstruktionen fragt sie: Wie ist Emanzipation und Widerstand gegen Ausbeutung und Herrschaft in den jeweiligen Subjekt-Begriffen denkbar? Ziel ist es\, sich der eigenen feministischen Geschichte ein wenig mehr bewusst zu werden und daraus Wissen und Kraft für den Streit um eine bessere Zukunft für alle zu ziehen. \n1 Flinta* ist ein Akronym für Frauen\, Lesben\, inter-\, nicht-binär\, trans-\, und agender Personen. Der Asterix steht für die Unabgeschlossenheit der Kategorien. \n  \nReferent*in: \nCordula Trunk\npromoviert in Leipzig interdisziplinär in der Philosophie und der Kulturgeschichte zur Frage des Feministischen Subjekts und den Möglichkeiten von Emanzipation und Widerstand. Sie hat in Bayreuth\, Barcelona und Leipzig Ökonomie\, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert und ist seit vielen Jahren in der feministischen und antifaschistischen Bewegung engagiert. Theorie und Praxis gehören für sie dabei untrennbar zusammen. Zuletzt hat sie mit ihrem Theoriekollektiv MF3000 das Buch „Ändern wir die Welt\, sie braucht es!“ im Querverlag publiziert. \nIn ihrer Rolle als Vortragende und Forscher*in ist ihr Pronomen sie. \nWenn sie nicht gerade Bücher liest\, steht sie im IFZ an der Tür und versucht allen eine gute Party zu ermöglichen. \n  \n  \nIn Kooperation mit \n \n\nDiese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
URL:https://malobeo.org/event/11-04-23-streit-um-das-feministische-subjekt-a-never-ending-story/
CATEGORIES:fight4feminism,Theorie,Workshop, Vortrag, Diskussion
ATTACH;FMTTYPE=image/jpeg:https://malobeo.org/wp-content/uploads/2023/01/neverendingstory_trunk_cordula_vortrag.jpg
END:VEVENT
END:VCALENDAR