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08.03. – feministischer Kampftag DD

8. März

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8. März 2021
Feministischer Schulstreik:
– 8:30-10:00 Uhr BSZ Karl-August-Lingner (Maxim-Gorki-Straße 39)
– 12:00-13:30 Uhr Semperschule (Bahnhof Neustadt)
Feministischer Streikposten:
– 14-17 Uhr am König*innenufer (Filmnächtegelände)

Aufruf und Einladung der AG Feministische Kämpfe zum Feministischen Streikposten am 8. März 2021

Her mit den Rosen, her mit dem Applaus, aber vor allem: her mit dem schönen Leben!
Das Traumpaar Patriarchat und Kapitalismus hat auch ein Jahr nach Pandemiebeginn nicht mehr zu bieten als Applaus? Wir schon – und das müssen wir auch! Denn: für uns Frauen und Queers ist jeden Tag Krise – und das nicht erst seit Corona.
Corona zeigt lediglich, was vorher schon unerträglich war und nur funktioniert hat, weil insbesondere wir Frauen*/FLINTA[1] in abgewerteten, unterbezahlten, aber „systemrelevanten“ Berufen alles gegeben haben, ohne dafür wahrgenommen zu werden. Corona hat den Begriff „Systemrelevanz“ hervorgebracht und zumindest kurz haben alle hingesehen – auf total abgewertete Sorge- und Pflege-Arbeit und die Menschen, die sie machen – und applaudiert.
In anderen Branchen verlieren wir unsere eh schon prekären Jobs. Wir werden aufgerieben zwischen Sorgearbeit und Existenzsicherung, persönlichen Abhängigkeiten und müssen als emotionale Puffer umso mehr Trost und Lust „spenden“, je länger die Pandemie andauert. Gewalt, Isolation und die stetige Liberalisierung des Kapitalismus bedrohen uns. Nicht Corona ist die Krise, sondern der patriarchale Kapitalismus.
Wir wollen nicht zurück zum überlasteten, abhängigen, prekären, armen Normalzustand. Die Tätigkeiten und Arbeiten, die für unser Zusammenleben wichtig sind, sollen gleichwertig und auf allen Schultern verteilt sein. Damit Hausarbeiten, Sorge und Pflege (von Beziehungen) von allen übernommen werden können, brauchen wir eine Verkürzung der Lohn-Arbeitszeit für alle. Her mit dem Applaus, her mit den Rosen, her mit der Selbstbestimmung über die Menge, die Art und die Bedingungen unserer Arbeit – und über die Nutzung unserer Zeit. Her mit dem schönen Leben. Her damit – das ist eine Forderung, die wir aussprechen, während wir schon zugreifen. Geschenkt kriegen wir das nicht. STREIK bedeutet: Wir sagen nicht nur, dass uns etwas fehlt, sondern: Wir legen die Arbeit nieder.[2] Enough is enough. Plötzlich haben wir Zeit… Verbringen wir sie gemeinsam!

Aufruf der Schüler:innengewerkschaft Schwarze Rose zum 8. März

In der Schule sollen wir angeblich auf das Leben vorbereitet werden. Doch diese Vorbereitung bezieht sich in erster Linie auf unsere zukünftige Funktion als Arbeitskräfte. Gleichzeitig lernen wir in der Schule selten etwas, was für unser persönliches Leben und im Umgang miteinander hilfreich sein könnte, z.B. unsere eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu erkennen und zu artikulieren. Stattdessen ist Schule ein Ort an dem unsere eigenen Grenzen oft verletzt werden, sei es der krankmachende Leistungsdruck, Übergriffe und Abwertung durch Lehrkräfte und Mitschüler:innen oder wenn Wirtschaftsinteressen sowohl in der Klimakrise als auch in der Corona-Pandemie über das Wohlergehen der jungen Generationen gestellt werden.
Mädchen, Frauen und LSBTQIA+¹ Personen sind besonders davon betroffen. Ihnen wird beigebracht die Bedürfnisse anderer über die eigenen zu stellen. Außerdem stehen ihre Körper unter der ständigen Bewertung, Sexualisierung und sogar staatlichen Kontrolle durch Gesetze wie das TSG² oder den §218 StGB³. Zusätzlich sind gerade Sozial- und Pflegeberufe, die besonders häufig von Frauen ergriffen werden, von Unterbezahlung und Überlastung gekennzeichnet. Dies zeichnet sich auch schon in den un(ter)bezahlten Ausbildungen ab.
Wir wollen nicht, dass es einfach so weiter geht.
Wir sagen: Das Private ist politisch und gehört in die Klassenzimmer! Deshalb rufen wir, die Schüler:innengewerkschaft Schwarze Rose, am 8. März alle Schüler:innen und Auszubildenden zum feministischen Streik auf.
Wir fordern:
  • regelmäßigen emanzipatorischen Aufklärungsunterricht durch schulexterne Pädagog:innen zu Themen wie Krankheitsprävention, Safer Use, Sexualität, Geschlecht, Konsens
  • von Lehrkräften unabhängige Anlaufstellen an Schulen bei sexuellen Übergriffen und Diskriminierung
  • Präventionsmaßnahmen und Sensibilisierung zu Sexismus, Rassismus, Antisemititsmus, Queerfeindlichkeit, Klassismus, Behindertenfeindlichkeit und (sexualisierte) Übergriffen an Schulen
  • konsequente Aufarbeitung von Übergriffen an Schulen
  • regelmäßige Weiterbildungen für Lehrkräfte zu trans Themen
  • kostenlose Hygieneartikel wie Tampons und Binden auf Schultoiletten
  • Recht auf Menstruationsurlaub
  • technische Ausstattung aller Schüler:innen für das Homeschooling
  • Aussetzung der Präsenzpflicht in der Corona-Pandemie
  • Durchschnittsabschlüsse im Jahr 2020/21 mit der Möglichkeit für freiwillige Prüfungen
  • Verstaatlichung aller beruflichen Privatschulen
  • Mindestlohn auch für Minderjährige, Praktikant:innen und Absolvent:innen sogenannter „Freiwilligendienste“
  • Ausbildungsvergütung im Sozialwesen
Für mehr Informationen und Tipps wie ihr in den Streik treten könnt, folgt uns bei Twitter (@SchwarzeRoseFAU) und Instagram (@schwarze_rose_gewerkschaft).
¹ LSBTQIA+ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, trans, queer, inter, asexuell
² durch das TSG „Transsexuellengesetz“ bestimmen Behörden über die Anerkennung von Namen und Geschlechtseintrag, was mit langwierigen, nervenaufreibenden und kostenspieligen Prozessen verbunden ist
³ §218 StGB kriminalisiert Schwangerschaftsabbrüche, so dass sie nur unter bestimmten Voraussetzungen straffrei sind. Sie sind jedoch weder legal noch aufgrund fehlender Ärzt:innen und Ausbildung flächendeckend zugänglich.

 

Details

Datum:
8. März
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