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27.11. offenes Plenum Gesundheitskollektiv Dresden

27. November – 17:30 - 20:00

Das Gesundheitskollektiv Dresden lädte zum offenen Plenum 🙂

fb: https://www.facebook.com/gekodd/

>> Auszug aus unserem Selbstverständnis
Wer sind wir? Wir sind eine heterogene Gruppe von aktuell 10 bis 15 Menschen, die sich zusammengefunden hat, um sich kritisch mit dem bestehenden deutschen Gesundheitssystem zu beschäftigen. Diese Auseinandersetzung findet sowohl auf theoretischer als auch auf praktischer Ebene statt. Zeitgleich möchten wir gemeinsam eine Poliklinik in Dresden etablieren, in welcher wir uns einer solidarischen Perspektive auf medizinische Versorgung und Gesundheitsfürsorge widmen. Inspiriert wurden wir dabei durch Initiativen aus Berlin und Hamburg, die solche Projekte bereits umsetzen. Wir verstehen uns nicht als geschlossene Gruppe und sind stets offen für alle Interessierten, wobei der Wissensstand, Beruf, Ausbildung oder Ähnliches keinerlei Rolle spielen. Unsere Treffen finden zweiwöchentlich statt, die Termine werden im Kollektiv vereinbart und sind bei Interesse per E-Mail zu erfahren. Wir lehnen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ab und verstehen uns als Kollektiv, in dem alle Entscheidungen gemeinsam und im Konsens gefällt werden.
>>Worum geht es uns?
Wir haben festgestellt, dass in den letzten Jahrzehnten sowohl der Einzug der neoliberalen Politik in den Sektor der Gesundheitsversorgung als auch die zunehmende Ökonomisierung der Medizin stattgefunden haben. Gleichzeitig zeigt sich ein gesellschaftlicher Wandel, in dessen Folge Krankheit ausschließlich als individuelles Verschulden wahrgenommen wird. Unser Kollektiv eint die Kritik an diesen Vorgängen, weswegen wir ein Projekt zur ambulanten Gesundheitsversorgung planen, welches in der Praxis umsetzbare Alternativen zum derzeit etablierten System erarbeitet. Somit soll die (punktuelle) Verbesserung des aktuellen Gesundheitssystems für Patient*innen, aber auch Ärzt*innen und Pfleger*innen erfahrbar werden. Unser Angebot richtet sich dabei an alle Menschen, unabhängig von deren Herkunft, Religion,Versicherungs- und sozialem Status, Geschlecht, Aufenthaltstitel, Alter oder Erkrankungen.
Wir möchten, dass der Besuch in der allgemeinmedizinischen Praxis nicht mehr durch die Diskrepanz zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung, ökonomische Zwänge und Zeitmangel seitens der Pflege und des ärztlichen Personals bestimmt wird.
>> Das ist der Plan:
In der Wissenschaft ist seit den 1980er Jahren bekannt, dass selbst in so genannten “Überflussgesellschaften”, wie der deutschen, arme Menschen häufiger erkranken und eher sterben als wohlhabendere. Trotz entsprechender Studienlage und Veröffentlichungen findet dieses Wissen in der medizinischen Praxis bis heute kaum Anwendung. Ein wesentlicher Teil unseres Konzepts ist daher die Inblicknahme der sozialen Determinanten von Gesundheit, wie z.B. die Herkunftsfamilie, der sozioökonomische Status, der Bildungsstand und Beruf, das soziale und auch das Wohnumfeld. Diese beeinflussen unsere Gesundheit und Krankheit maßgeblich. Ein weiterer Fokus liegt auf der Interdisziplinarität. Durch engen Austausch zwischen den einzelnen Arbeitsbereichen, wie beispielsweise Allgemeinmedizin, Sozial- und Rechtsberatung, Physio- und Psychotherapie, soll gemeinsam mit den Patient*innen ein individuelles Therapiekonzept erarbeitet werden.
Wir sind der Überzeugung, dass die Behandlung der Ursachen von Krankheit oder mangelnder Gesundheit langfristigere Erfolge zeigt, als es eine rein symptomorientierte Therapie vermag.
Die Poliklinik soll dabei nicht nur ein diskriminierungsfreier Raum sein, wir wollen uns außerdem aktiv gegen Diskriminierung einsetzen. Neben dem medizinischen Schwerpunkt möchten wir uns deswegen den verschiedenen Bereichen des sozialen Miteinanders und den Lebensverhältnissen der Menschen widmen. Weiterhin wollen wir im Stadtteil und aus ihm heraus politisch aktiv sein, indem wir zum Beispiel Menschen für Gesundheits- und Präventionsthemen sensibilisieren. Durch Vernetzung mit weiteren Initiativen soll es zu einer kontinuierlichen Stadtteilarbeit kommen. Die möglichst enge Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort, den Stadtteilbewohner*innen, soll eine niedrigschwellige Präventionsarbeit ermöglichen, die die Menschen darin bestärkt, reflektiert mit Gesundheit und Krankheit umzugehen.
Wir wollen zunächst einen Raum schaffen, in dem unser Projekt nach und nach wachsen kann, um die entworfenen praktischen Ansätze zu verwirklichen.
Zeitgleich sehen wir die Notwendigkeit, Lobbyarbeit auf bundesweiter und kommunaler Ebene zu betreiben, um Aufklärung zu betreiben und unser Konzept publik zu machen. Um dieses Ziel zu verfolgen, sind wir im Juli 2018 dem Polikliniksyndikat, einer bundesweiten Vernetzungsstruktur, beigetreten und stehen zudem in regem Austausch mit lokalen Akteur*innen.

Details

Datum:
27. November
Zeit:
17:30 - 20:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
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Veranstaltungsort

malobeo
Kamenzer Straße 38
Dresden, Sucksen 01099 Germany
Website:
https://malobeo.org/

Veranstalter

Gesundheitskollektiv Dresden